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Abschied vom PEN

„Da Veganismus und Bratwurst nicht kompatibel sind!“

Worte zu meinem Rücktritt aus dem PEN-Präsidium am 14. Mai 2022

Ich schäme mich dafür, inmitten realer Kriegszeiten in diesen absurden Vereinskrieg involviert gewesen zu sein.

Ich schäme mich dafür, als Präsidiumsmitglied keine nachhaltige Deeskalation der herrschenden Konflikte erreicht zu haben.

Ich schäme mich dafür, dass der PEN intern die Missstände aufweist, die er extern zu bekämpfen vorgibt: Hass, Hetze, Bigotterie, Homo- und Xenophobie.

Dazu ein paar Beleg-Zitate: Nach der Wahl in Frankfurt wurde Deniz Yücel mit den Worten empfangen „Nun sind also auch die Gastarbeiter im PEN angekommen.“ Wenig später wurde er als „gebürtiger Türke“ bezeichnet. Joachim Helfer musste sich letztens „der anale Helfer“ nennen lassen.

Das sind nur einige Blitzlichter der massiven strukturellen Probleme, die bislang in dieser Bratwurstbude nie thematisiert worden sind. – SHAME!

Ich bin nicht gewillt, weitere Lebensenergie in die Clubmentalität „alter weißer Menschen“ zu investieren, und ziehe mich deshalb aus der Präsidiumsarbeit zurück – bis in unserem Verband ein moderner und diverser Geist herrscht.

Die Zusammenarbeit mit meinen Vorstandskollegen werte ich als effektiven Zukunftshauch dessen, was hoffentlich zeitnah im PEN möglich sein wird.

Chauvinismus oder ein Genderproblem konnte ich nicht feststellen und verwahre mich ausdrücklich dagegen, in diesem Sinne instrumentalisiert zu werden!!

Da Bratwurst und Vereinskrieg mit meinem veganen Pazifismus inkompatibel sind, sage ich leichten Herzens Tschüss.

Ich wünsche dem PEN-Zentrum Deutschland Transparenz, Mut und Frieden!

Mitglied im neuen PEN-Präsidium

Es war ein Lebensziel – seit dem 27. Oktober 2021 ist es erreicht: Ich bin auf der Jahrestagung des Deutschen PEN in der Frankfurter Paulskirche in das neue Präsidium gewählt worden!

Und schon stehen hochkarätige und bereichernde Aufgaben an: Die Ernennung von Julian Assange zum PEN-Ehrenmitglied war die eine, die anstehende Verleihung des Hermann Kesten-Preises an die Autorin Irena Brežná im Staatstheater Darmstadt ist die nächste, wo sich mein Horizont drastisch erweitern wird – lerne ich doch Günter Wallraff, Lina Attalah, Cem Özdemir oder Michel Friedman kennen.

Bin sehr dankbar für diese Öffnung meines Lebens, mit der ich hoffe, wenigstens etwas Positives bewirken zu können – sind doch die Brennpunkte auf der Welt, wo Wortmenschen Unrecht geschieht, kaum mehr überschaubar.

Foto: Verena Rabe

Lesung MeerWortMusik

Am 16. Oktober 2021 lese ich direkt an der Küste, in Friedrichskoog-Spitze, aus meinen beiden aktuellen Büchern EinmachEngel und Lästige Liebe.

Davor bietet sich ein Meerspaziergang auf dem Deich an und ein Restaurantbesuch beispielsweise im Seaside26 (uff, Schleichwerbung:))

Beginn: 19 Uhr, Eintritt 3 €

Lesung am 14. August im Theater Harburg

Beim “Pop Up Poetry” werden ich und andere Hamburger Autor:innen häppchenweise Texte liefern, u.a. Susanne Neuffer, Jürgen Ehlers, die neue Harburger Stadtschreiberin Jasmin Schellong sowie Überraschungsgäste aus dem Impro-Theater und der Poetry Slam-Bewegung.

Der Musiker Tramper moderiert den Abend, verbindet die Gäste miteinander und begleitet musikalisch. Auch eine Pause in der Lounge des Theaters wird es geben – Essen, Trinken, Büchertisch:))

Carsten Neff, News & Art, betreut den Live Stream.

Einlass ist ab 19:00, das kostenlose Superprogramm startet um 19:30.

Neues Buch!!

Aktuell ist meine Erzählung “Lästige Liebe” neu auf den Markt gekommen. Der von der Bundesregierung mit einem der Deutschen Verlagspreise 2021 ausgezeichnete Literatur Quickie Verlag (Hamburg) hat das Buch in seine LQ-Reihe aufgenommen, in der bereits solche Größen wie Franz Kafka, Juli und Zeh und andere Verehrte erschienen sind. Stolz:)

Weitere Infos: Bücher – Nikola Anne Mehlhorn

Kaufen könnt ihr das Buch überall, aber am liebsten direkt beim Verlag: Literatur Quickie, Lesemittelhandel, Hamburg Kurzgeschichten Verlag, Short Storys – Literatur-Quickie

Bleiben Sie negativ!

Freue mich sehr, in der aktuellen Publikation der HAV (Hamburger Autorenvereinigung) vertreten zu sein. Mein Beitrag Politische Triage – Statement zur Coronakrise thematisiert die Krise aus Sicht einer Kulturschaffenden: ISBN 978-3-947911-52-3

Bereits im April 2020 – in der Frühphase der Pandemie – ist mein “Kassandraruf” im Rahmen der Aktion Literatur lebendig halten! auf der Website der HAV veröffentlicht worden.